Archiv der Kategorie: Geschichten

Der beste Klub der Welt

renflield

Für das Renfield Fanzine habe ich über den besten Klub der Welt geschrieben, der wie ein wohlbekanntes gallisches Dorf als einziges (naja, eins der wenigen) nicht von den grauen Herren mit den Zigarren besetzt ist.

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Eingeordnet unter Geschichten, Macht, Unser Berlin

Kant buy me Love

kant67na259wk85gosblar3fTipp für die Jugend: Immer etwas von Kant dabei haben. Ideal sind dabei die signalgelben Reclamhefte. Sie fallen auf, signalisieren dennoch die edle Lust am Denken, ganz ohne die Angeberei, die mit schweren, raumgreifenden Wälzern verbunden ist. In der Bahn erntet man bewundernde Blicke, wenn man so tut, als würde man darin lesen. Beachte: Die Augenbrauen dabei genervt zusammen ziehen, als würde man mit dem Herrn Kant ganz und gar nicht übereinstimmen. Nicht vergessen, die Augen dabei schnell hin und her zu bewegen. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Geschichten, Liebe, Macht

Medea

(angelehnt an das antike Drama „Medea“)

Bild: Wikimedia Commons

Bild: Wikimedia Commons

„Er ist mir egal!“ Medea blickte mit weit aufgerissenen Augen ins Leere. Ohne dass sie ihre Lieder schloss, trat ein eine einzelne Träne hervor, kullerte langsam an ihren schrecklich dunklen Augenringen vorbei. Dann verfing sie sich in einer Falte, die wie mit dem Bügeleisen an der Nase vorbei gezogen schien. Julia, die Medea kerzengerade, mit eng an den Körper gepresst Armen gegenübersaß, starrte auf diese Träne und die Bügelfalte. Mit saurem Magen grub sie in einer tiefen, dunklen Kiste voller Medea-Erinnerungen, wann diese Falte entstanden war.

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Eingeordnet unter Geschichten, Liebe

Düsenjäger im Trickster

duesenjaeger-0f9d429d-bb05-4dd6-8765-98f226ec4531Diesen Samstag spielten zwei Bands im Trickster1. Die erste hieß Kunstkacke, und machte ihrem Namen große Ehre. Ihr wisst ja alle, was Kunstkacke ist. Das ist, wenn Leute disharmonisch und unrhythmisch kopflastigeTöne und Klänge machen, die niemanden wirklich berühren. Was ich schade fand war, dass die Zuschauenden ein bisschen ehrfürchtig auf einen emotional-elektrischen Stromschlag warteten. Das wäre aber nach meiner Defintion keine Kunstkacke mehr, sondern emotionale Kunst. Kunstkacke muss Spaß machen. Man darf zum Beispiel Dinge hineinrufen, wie „Ja, Mann!“, oder „BraVO!“. Bei „BraVO!“ muss die letzte Silbe betont werden, sonst ist es keine Kunstkacke. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Geschichten, Was wir tun können

Elendsblicke

220px-Hasenheide-Moschee-18780030-a-Mario_DuhanicErst zog ich meine verschwitzte Turnhose aus. Dann die Unterhose. Nackt legte ich mich auf die Nacktenwiese des Volksparks Friedrichshain. Die Sonne strahlte warm auf meine Genitalien. Ich war froh, dass nur vereinzelt Leute herumlagen. Ich roch sicher bestialisch nach Schweiß. Gerade hatte ich mein tägliches Dreistundentraining absolviert: Meine derzeitige Methode, mit der Sehnsucht nach Sex klar zu kommen.
Seit 14 Monaten hatte ich keinen Sex mehr gehabt. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Geschichten, Macht, Sex

Der Superhetero

– Warum Machismus pervertierte Homosexualität ist, und nicht umgekehrt

Washington_Monument_Dusk_Jan_2006Wie ein wilder Stier vögelte er sie. Im Rhythmus des Testosteronrausches drängte seine Hüfte zwischen ihre Beine, seine Arschmuskeln, lang und prall, fühlten sich an, als könnten sie jeden Feind verdrängen und notfalls töten, als wäre so viel Kraft darin, dass er er sie bis in ihr Wesen hinein befruchten würde. Ihre Weichheit kontrastierte seine Männlichkeit. Sein Penis, groß und heiß und prächtig, bäumte sich in ihr auf und zeigte seine Macht. Er zwang ihre Beine nach oben, leckte an ihren Füßen, während er jeden geilen Muskel seines Körpers spürte, sein Schwanz im rechten Winkel zu seinen Bauchmuskeln, die Haare auf seinem Bauch brüllten von dominanter Männlichkeit.
Er ergoss sich in ihr wie eine Naturgewalt. Er war so geil!

Beim Rausgehen warf er ihr 40 Euro auf die Hochwasserjeans mit Glitzerzeug, die auf dem Plastikstuhl lagen. Weiterlesen

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Im Fallen

Seine Ohren platzten fast von dem Druck, der beim Fallen entstand. Aber das erste Entsetzen war vorbei, das seinen Körper steif wie ein Brett gemacht hatte, das ihn dazu gebrachte hatte, die Augen panisch und mit aller Kraft zusammenzukneifen, die Schultern dabei so hart wie Stein an die Ohren gepresst, die Arme vor sich ausgestreckt, als hätte er damit seine Landung abfangen können. Er fiel schon so lange. Weiterlesen

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Schwaben erwache

Langsam kann ich die Augen vor der schwäbischen Überfremdung hier in Berlin nicht mehr verschließen! Zwar bin ich selbst Schwabe, aber es wird einfach zu viel. Nicht nur, dass sie mit Halbglatze, schwarzer Rahmenbrille und Umhängetaschen in ihren hippen Cafes vor ihren Macbooks sitzen, während sie Latte Macciattos saufen und am Iphone gerade über irgendeinen „coolen, neuen Laden“ reden. Nicht nur verstopfen schwangere Schwäbinnen die Prenzlbergischen Straßen mit ihren Bio-Kinderwägen und prägen unsere Sprache mit dem Wort „Prenzlberg“, obwohl das das falsche Wort ist. Jetzt kommen auch schon ihre Kinder ins Jugendlichenalter und machen Ärger!
Am Schlimmsten ist es eben genau dort: im guten alten Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg.
Dort, genauer gesagt in der Kastanienallee hatte ich ein Erlebnis, das mir endlich die Augen öffnete. Weiterlesen

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