Der Superhetero

– Warum Machismus pervertierte Homosexualität ist, und nicht umgekehrt

Washington_Monument_Dusk_Jan_2006Wie ein wilder Stier vögelte er sie. Im Rhythmus des Testosteronrausches drängte seine Hüfte zwischen ihre Beine, seine Arschmuskeln, lang und prall, fühlten sich an, als könnten sie jeden Feind verdrängen und notfalls töten, als wäre so viel Kraft darin, dass er er sie bis in ihr Wesen hinein befruchten würde. Ihre Weichheit kontrastierte seine Männlichkeit. Sein Penis, groß und heiß und prächtig, bäumte sich in ihr auf und zeigte seine Macht. Er zwang ihre Beine nach oben, leckte an ihren Füßen, während er jeden geilen Muskel seines Körpers spürte, sein Schwanz im rechten Winkel zu seinen Bauchmuskeln, die Haare auf seinem Bauch brüllten von dominanter Männlichkeit.
Er ergoss sich in ihr wie eine Naturgewalt. Er war so geil!

Beim Rausgehen warf er ihr 40 Euro auf die Hochwasserjeans mit Glitzerzeug, die auf dem Plastikstuhl lagen. Kurz fühlte er sich wie ein kleiner Junge, dem die ganze Klasse auf den kleinen Penis zeigte und lachte. Aber ein Knurren vertrieb das Bild und er stapfte das Treppenhaus hinunter und auf die Straße.
Der Himmel war grau verhangen. Es war schwül. Die gelbe Tram Richtung Warschauer Straße bremste gerade um zu halten. Er sprintete und erreichte sie schwer atmend. Beim Einsteigen schaute ihn eine nach Muschi riechende Lady an. Er versuchte seinen Atem zu beruhigen und bewegte dabei männlich seinen Unterkiefer. Die Votze hatte ihn aber doch nicht angeschaut. Genervt lief er an ihr vorbei, setzte sich auf einen Einzelsitz, machte es sich breitbeinig bequem, rutschte etwas nach vorne. Er stöpselte seine Kopfhörer ein. Feinster Techno, von Marco rübergezogen! Da haben die Muschies immer Bock: voll auf Drogen! Und der echte Hammer war nicht der Bass, sondern der in seiner Hose.
Vor ihm setzte sich ein Typ mit langen, schönen, schwarzen Haaren, die Augen geschminkt, die Augenbrauen gezupft, mit Lackschuhen und Lederhose! Der schaut komisch, die Schwuchtel! Dann zieht sich die Schwuchtel auch noch ihr rotes Tuckensamtjackett zurecht! Das Gute war, diese Schwulwichser wehrten sich nicht! Vielleicht sollte er ihr mal nen Schrecken einjagen?
„Was guckstn so blöd?“ Fragte nicht er, sonder die Schwuchtel! Was wollte DIE denn? Sie glotzte in direkt mit ihren Frauenaugen und grinste auch noch.
„Äh…“
„Findst mich gut? Ich find dich auch gut! Wir können gleich zu mir undn bischen knutschen! Oder haste Angst? “ Sie lachte!
Er wollte die Schwuchtel anstechen, so dass ihr Blut in einem hellroten Strahl hochspritzte, und dann wollte er davon trinken wie von einem Wasserspender! Wollte seinen Schwanz nehmen, ihn ihr in die freche Schwuchtelfresse stopfen, sie daran ersticken lassen während er ihr mit der eisernen Faust den Kopf in Stücke schlug!

Er brachte aber nur ein: „Äh, nee, weil… “, heraus.
Die Schwuchtel wurde ruhig, die Augen wurden ganz dunkel. Sie guckte ihn auf eine Art an, dass er alle Kraft aufbringen musste um nicht aufzuspringen und tausend Meilen weit zu rennen.
„Ich will dir doch keine Angst machen. Hab‘ nurn Witz gemacht. Komm! Is alles in Ordnung. Du zitterst ja, ey!“
Die Ekelschwuchtel fasste ihm ans Bein, die Drecksau, er sprang auf, klatschte ihr mit überschlagender Stimme kreischend eine Ohrfeige, und rannte ans andere Ende der Tram. Alle glotzten ihn an und lachten über ihn. Ihre Gesichter waren verzerrt! Völlig unnatürlich verzerrt und krank und sie lachten!

Beim nächsten Halt sprang er raus, rannte nach Hause, verprügelte seinen Hund und trat der NPD bei.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Feminismus, Geschichten

2 Antworten zu “Der Superhetero

  1. Hi Houssam, wie cool, den Text wieder zu lesen! Weißt du noch? Ich hab damals einen Paralleltext geschrieben. Hab ihn mal rausgekramt:

    Der wilde Stier

    Wie ein wilder Stier vögelte er sie. Wie ein wilder Stier hörte er sich jedenfalls an. Uh, uh, so ähnlich stellte sie sich das Gegrunze eines Stiers vor, der vielleicht in einem Zaun hängen geblieben ist und sich vor den Kühen schämt, dass er nicht weiterkommt. Aber ob ein Stier von seinem Schwanz auch so besessen wäre wie dieser Typ? Wahrscheinlich war Stieren ihr Schwanz völlig egal, sie benutzten ihn einfach, zum Pinkeln oder zum Vögeln, falls das Wort bei Stieren auch passte. Aber dieser Typ starrte ständig auf seinen Pimmel, so dass sie froh war, als er endlich in ihr steckte, da musste er ihr wohl oder übel mal ins Gesicht gucken oder auf die Brüste, was er anscheinend lieber tat.

    Er schwitzte, während er hin und her rubbelte, eigentlich eher wie ein Schwein als wie ein Stier, oder schwitzten die auch? Vielleicht hatten Stiere auch so verklebte lange Haare am Bauch wie der hier? Sie wusste nicht mal, wie er hieß. Wahrscheinlich Maik oder Ronny oder so. War auch egal, sie würde ihn bestimmt nicht wieder treffen. Wenn er wenigstens gut ficken würde. Magst du meinen Körper?, stöhnte er. Und: Geile Titten. Na toll. Irgendwie konnte sie sich nicht konzentrieren. Morgen musste sie unbedingt Wäsche waschen. Hatte sie das Licht im Bad ausgemacht? Wenn sie vorher gewusst hätte, dass der Typ die ganze Zeit in den Spiegel an ihrer Schrankwand glotzen würde, hätte sie ihn wahrscheinlich nicht mitgenommen. Andererseits war es auch egal. Sie wollte einfach nur ficken heute, und ob es dieser Pseudostier war oder ein anderer, spielte keine Rolle. Wenn er nur nicht immer seinen Bizeps im Spiegel kontrollieren würde. Wahrscheinlich beobachtete er sich auch immer beim Wichsen. Aber wozu brauchte er da überhaupt eine Frau? Ein Porno würde ihm nicht so die Sicht versperren.

    Zum Glück war es ziemlich schnell vorbei. Beneidenswert, wie sein Körper ihn anmachte. Bei ihr hatte es nicht so gut funktioniert. Als sie vom Klo zurückkam – eigentlich hatte sie die ganzen zehn Minuten Sex nur daran gedacht, dass sie pinkeln musste – war er weg, und er hatte ihr Geld dagelassen. Was für ein Arsch. Dass Frauen auch Bock auf Sex haben konnten, ohne dafür bezahlt zu werden, wusste er wahrscheinlich nicht. Vielleicht war sie die erste, die ihn jemals angesprochen hatte. Wollen wir ficken?, hatte sie ihn gefragt. Da musste sie in seinem Weltbild wohl eine Hure sein. War eine blöde Idee gewesen. Aber er sah ganz gut aus. Sie hatte ihn beim Tanzen beobachtet, und es gefiel ihr, wie er sich bewegte. Vielleicht hätten sie erstmal über was anderes reden sollen. Auch egal. Die anderen Typen im Matrix wären wahrscheinlich auch nicht besser gewesen.

    Sie waren dann an die Bar gegangen. Er wollte ihr ein Getränk ausgeben und hatte sich gewundert, dass eine Frau Bier trank. Gewundert hatte er sich auch über die Schwulen an der Theke. Was für Schwuchteln, hatte er gesagt. Eigentlich hatte sie da schon keinen Bock mehr gehabt, aber auch keine Lust mehr, einen anderen Typen zu suchen. Würden sie eben nicht reden. Aber komisch war es schon, dass so viele Macker ein Problem mit Schwulen hatten. Eigentlich stehen die selber auf Männer, glaubte ihre Freundin. Sie fand das Schwachsinn. Wenn alle Schwulenhasser unterdrückte Schwule waren, was waren dann Schwule? Männer, die über ihren Schwulenhass hinweggekommen waren? Blödsinn. Die Schwulenhasser waren einfach beschränkt. Warum die so waren, war ihr egal. Sie hatte gar keinen Bock, so einen Müll zu verstehen. Ihr war es völlig wurscht, wer mit wem schlief, Hauptsache, es machte allen Spaß. Mit dem Stier hatte es jedenfalls keinen gemacht. Schon wie der redete.

    Kann ich dich mal da unten … na da, zwischen den Beinen, ja gut! Fühlt sich so geil an, so weich und feucht da unten. Dabei war sie nicht mal feucht gewesen. Oh Mann, wie sie das hasste! Schwanz und Eier und wichsen konnte der aussprechen, aber Muschi? Fotze kannte er vielleicht noch. So hatte er die Schwulen auch genannt, alles Fotzen.

    Liebe Grüße!
    Claire

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